Michael Obrist [feld 72] spricht mit Jesko Fezer über "Entwurfsmethodik als parteiische Praxis".
Das Design Methods Movement der 1960er Jahre war eine sehr unbeliebte Bewegung – so unbeliebt, dass sogar ihre Begründerinnen sich bald von ihr distanzierten. Die damaligen Auseinandersetzungen über die Vorgehensweisen beim Entwerfens legten die politische Dimension von Gestaltung offen. Die konfliktreiche Suche nach Begründbarkeit des Entwerfens problematisierte zunehmend die neutrale Expertinnenrolle zugunsten offenerer und intensiverer Beziehungen zur gesellschaftlichen Wirklichkeit. Sie können als ein Plädoyer für eine Parteiische Gestaltung aufgefasst werden.
Jesko Fezer
Jesko Fezer arbeitet als Gestalter. In unterschiedlichen Kooperationen widmet er sich der gesellschaftlichen Relevanz entwerferischer Praxis. Er macht mit ifau Architekturprojekte, ist Mitbegründer der Buchhandlung Pro qm in Berlin sowie Teil des Ausstellungsgestaltungsstudios Kooperative für Darstellungspolitik. Als Professor für Experimentelles Design an der HFBK Hamburg betreibt er mit Studierenden die Öffentliche Gestaltungsberatung St. Pauli. Zuletzt erschienen ist: Jesko Fezer: Umstrittene Methoden, Adocs, Hamburg 2022.