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Program/
Masterstudium/
Modul Wohnbau 2017W/
Kernfächer/

Wohnen und Privatheit


Lehrbeauftragte

   Die Vorlesung findet heuer als Ringvorlesung statt

   Vortragende
   Herbert Keck, Sabina Riss, Adele Gindlstrasser, Anna Dimitrova Kokalanova

 • Data

   253.345 Vorlesung 2017W - 2.0 h [2.5 ECTS]

Inhalt

   Im Rahmen der Ringvorlesung werden die oft verschwommenen und unklaren
   Grenzen zwischen Privatheit und Öffentlichkeit aus den verschiedenen
   Perspektiven der Vortragenden erforscht.
   Im Kontext der Zeit und abhängig von spezifischen Ressourcen und Bedürfnissen
   der AkteurInnen entstanden und entstehen immer wieder unterschiedliche
   Typologien des Wohnens. Die vielfältige Verbindung bzw Trennung zwischen
   Individuum und Gesellschaft produziert Räume des Wohnens an der Schnittstelle
   zwischen öffentlich und privat, die sich bisweilen einer klaren Zuordnung
   entziehen.
   Ziel der Vorlesung ist es, eine umfassende und weitreichende Definition und
   Interpretation der Begrifflichkeiten zu bieten und damit eine neuartige
   Annäherung an "Wohnen und Privatheit" zu evozieren. Durch Hinterfragen der
   vermeintlichen Selbstverständlichkeit des so häufig gebrauchten Begriffes der
   "Privatheit" im Wohnbau wird seine aktuelle Relevanz neu zur Diskussion
   gestellt. 

Termine

  04.12.17 - Kollektive Wohnformen"  Herbert Keck

   Kollektiven Wohnformen ist zu eigen, dass die Privatheit des Wohnens auf den
   eigentlichen Wohn- und Schlafbereich reduziert ist und weitere Wohnfunktionen
   wie Kochen, Essen, usw. in der Wohnung fehlen bzw. reduziert sind und in einen
   Gemeinschaftsbereich ausgegliedert sind. Typologisch bewegen sich diese Wohnformen
   zwischen Heim und Hotel. In der Vorlesung werden so unterschiedliche Typen wie
   Ledigenheime, Residential Hotels, Einküchenhäuser, Wohnhotels, Wohnheime,
   Kommunehäuser, Servicehäuser, Boardinghäuser, Apartmenthotels, All
SuiteHotels,
   SRO (Single Room Occupancy) Hotels und Kapselhotels samt zugrunde liegender
   Ideologie besprochen.

 11.12.17 - „Raumkonzepte für differenzierte Lebensalltage“  Sabina Riss

   Im Aufbruch aus dem standardisierten, anonymen Massenwohnungsbau der
   Nachkriegsjahrzehnte
wurden in Österreich ab den 1980er Jahren Aspekte wie
   Gestaltungsqualität und Alltagstauglichkeit, Kommunikation und Aneigenbarkeit
   sowie Individualität thematisiert. Mit den in den 1990er Jahren frauenpolitisch
   initiierten „frauengerechten“ Modellwohnprojekten wurden erstmals umfassende
   Qualitätskriterien im Geschosswohnbau formuliert, die sich auf die Ausbildung
   von Wohnumgebung, Wohngebäuden und Wohnungen - in einer Abstufung von
   Öffentlichkeit bis Privatheit - bezogen. Zentral war die
Berücksichtigung unter-
   schiedlicher BewohnerInnenbedürfnisse, Lebensformen
und Lebensphasen.
   Erstmals wurden differenzierte Lebensalltage von Frauen benannt und sollten
   räumliche Entsprechungen finden. In der Erörterung dieser Wohnprojekte wird
   auch Bezug genommen auf die aktuelle Kriterienliste der Wiener Wohnbau-
   förderung sowie Gender Planning Leitlinien.

   18.12.17 - „Wohnzyklen“  Adele Gindlstrasser

   Wie die Grenzen von Privatheit und die Privatheit des Wohnens definiert werden,
   hängt
von klimatischen, wirtschaftlichen, kulturellen und individuellen Faktoren ab.
   Die Komplexität
dieses Zusammenspiels lässt sich ablesen an architektonischen
   Ausformulierungen, die in u
nterschiedlichen Kontexten immer wieder neu
   interpretiert werden können. Die Präsenz
von Symbolen und das gemeinsame
   Verständnis davon bestimmen die allgemeine Lesbarkeit und Differenzierung von
   Wohn-Räumen mit veränderlicher Privatsphäre. An Hand einiger exemplarischer
   Bedeutungsträger wird in dieser Vorlesung untersucht,
welcher Zusammenhan zu
   welcher Sichtweise führen kann. Diese Beispiele werden mit
Hilfe von konkreten
   Konzepten und Realitäten dargestellt und den veränderlichen
Anforderungen
   eines wiederkehrenden Prozesses gegenübergestellt.

 15.01.18 - „Wohnen als Praxis des Ankommens“  Anna Kokalanova

   Im Rahmen der Vorlesung wird der Zusammenhang zwischen migrationsbedingte
   städtische Transformationsprozesse und des Wohnens als Praxis des Ankommens
   hergestellt. Die Grenzen zwischen temporär und dauerhaft sowie zwischen privat
   und öffentlich werden im Rahmen des Ankommens in eine neue urbane Umgebung
   neu ausgehandelt. Dabei spielen sowohl formelle wie informelle Räume eine Rolle —
   Gastarbeiterwohnheime, Notunterkünfte für Geflüchtete, Boardinghäuser für Expats,
   so genannte „Matratzenlager“, Hotel Meubles, informelle Siedlungen etc. Anhand
   verschiedener Wohnbiografien von MigrantInnen wird die Definition von Urbanität
   über die Trennung von privat und öffentlich kritisch reflektiert. Die Wohnfunktionen
   des Ankommens werden in einem Spannungsfeld zwischen Wohnung und Quartier
   sowie zwischen Privatheit und Kollektivität diskutiert.

 

   Vorlesungen jeweils montags 14.00 Uhr, Seminarraum 1

Prüfung

   schriftlich, Jänner + März 2018

 

TU Wien, Institut für Architektur und Entwerfen, e253.2 Abteilung für Wohnbau und Entwerfen - Disclaimer - G Analytics